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Schriftenreihe "Fragen der Freiheit" |
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Ob
es ein gespitzter Stock, ein Netz oder ein moderner Trawler ist, mit
dem sich der Mensch den Fischfang erleichtert, ob er mit einem
gegabelten Stock, mit Pferd und Flugschar oder mit einer
motorisierten Pflugmaschine die Ackerkrume aufritzt - immer wenn der
Mensch ein Arbeitsmittel herstellt, bedeutet die Arbeit, die er dabei
aufwendet, für ihn zunächst einmal einen Umweg zum eigentlichen
Ziel, der Herstellung eines Verbrauchsguts - und trotzdem zugleich
eine Erhöhung der Produktivität seiner Arbeit. Die
Umwegigkeit ändert nichts an der Zielstrebigkeit seiner Produktion
– im Gegenteil: sie soll sogar bewirken, daß das Ziel besser,
schneller oder umfänglicher erreicht wird. Deshalb erfordert die
ökonomische Ratio die Dienstbarkeit des Umwegs unter das Ziel, der
Mittel unter den Zweck, des Kapitals unter den Verbrauch! Das
Kapital aber als Mittel zum Zweck dient oft nicht, sondern erlangt
und verteidigt eine eigene Bedeutung - solange es knapp ist. Es ist
dann nicht nur Mittel in der Hand der Arbeit (des Unternehmers oder
Arbeiters), sondern wird Zweck und Herrschaftsinstrument derer, die
es besitzen, über die, die es brauchen. Wie
das Mittel dem Zweck und die Investition dem Verbrauch, so sollte
das Geld der Ware dienen. Aber auch hier haben sich die
Verhältnisse von ihrer ursprünglichen Sinnhaftigkeit entfernt: das
Geld, häufig schlechthin als “Mittel“ bezeichnet, ist, wie sein
Erwerb und seine Mehrung, selbst zum Zweck geworden und herrscht über
die Ware, über den realen Sektor, über das Leben. Längst
haben sich also Geld und Kapital - Kapital in Geld-und in Sachform -
gegenüber ihren ursprünglichen Zwecken verselbständigt, längst
haben sie die Begrenzungen, die ihnen durch ihren Zweck gezogen sind,
gesprengt und sind durch die Eigendynamik, die sie entfalten, zu den
den Kapitalismus kennzeichnenden Problemfeldern geworden. Das zeigt
zur Zeit wieder die aus einer Finanzkrise hervorgegangene
Wirtschaftskrise, die die Welt bis in ihre letzten Winkel im Griff
hat. Die
Frage ist, ob es gelingt, Geld und Kapital zu dem zu machen, wozu sie
gedacht waren, sie in die dienende Funktion einzuspannen, die ihnen
zukommt, damit der Mensch, insbesondere der arbeitende Mensch, Herr
seiner selbst und der Verhältnisse wird. Wer sich von der gewordenen Welt und ihren Verhältnissen weder blenden noch erschlagen lassen will, sondern sie durchschauen und von diesem Ausgangspunkt zu ihrer Veränderung beitragen will, komme zur Tagung! |
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| Samstag,
14. November 2009 09.30 Öffnung des Tagungsbüros 10.00 Begrüßung und Einführung in das Tagungsthema 10.15 Anthropologische Einleitung: Umwegigkeit
und Zielstrebigkeit als Merkmale des Menschen
11.15 Geldkapital - Sachkapital 14.30 Kaffee und Gespräch im Saal 15.00 Kapitalismus - kardinaler Störfaktor heutiger Marktwirtschaften 16.45 Vorraussetzungen und Folgen einer Überwindung der Knappheit des
Kapitals
20.00 J.P. Proudhon - Vordenker für freiheitlche Wege zu sozialen Zielen Sonntag, 15. November 2009 09.00 Vermögensmärkte - ihre Funktionen und ihre Interdependenzen 10.00 Pause 10.30 Chancen und Hindernisse für eine Befreiung der Marktwirtschaft vom
Kapitalismus - Zusammenfassendes Rundgespräch
12.00 Ende der Tagung Referenten:
Fritz
Andres, Kirn Eckhard Behrens, Heidelberg Jobst v. Heynitz, München Prof. Dr. Thomas Huth, Uni Lüneburg Ferdinand
Wenzlaff,
Berlin Tagungsleitung: Jobst v. Heynitz, München |
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